Heizung Wohnraum

Endlich konnten die Russen liefern! Versprochen war sie ja schon lange, die Planar Dieselheizung, welche auch in grossen Höhen bis 5000 M.ü.M noch richtig funktionieren soll. Endlich ist sie nun die Meine!

Der aufmerksame Leser darf ruhig auf die bestehende Wasserheizung und ihren „Schlenker“ ins Wohnzimmer hinweisen. Wozu also eine zweite Heizung?

Die Frage ist einfach beantwortet: Die vom Vorbesitzer vorgesehene Heizwirkung geht auf Kosten der Batterie und würde kaum eine Nacht wohlige Wärme im Inneren des Fahrzeugs produzieren. Ehrlich gesagt, ausprobiert habe ich das nie, aber der Antrieb der Wasserpumpe und des Ventilators (Armaturenbrett und Zusatzventilator) würden wahrscheinlich die Batterien in wenigen Stunden in die Knie zwingen. Ausserdem hat die im Motorraum eingebaute Webasto keinen Höhenkit, was in höheren Lagen ab 2000 M.ü.M unweigerlich zur Verrussung der Anlage führen würde.

Dennoch könnte sich die Wasserheizung in kalten Wintern als nützlich erweisen und das Starten des Triebwerks schonend vereinfachen und auch schnell Wärme ins Innere transportieren. Ausserdem könnte man mittels Zeitschaltuhr den Prozess immer einige Minuten vor der Abfahrt programmieren und hätte dann eine vorgewärmte Kabine und eisfreie Fenster. Aus diesen Gründen bleibt die Heizung eingebaut auch wenn ich die Schläuche im Innenraum früher oder später kurzschliessen werde.

Der Einbau der neuen Heizung habe ich nicht „eben mal so mit links“ gemacht. Dazu hat die Erfahrung gefehlt. Das wohl schwierigste Problem, war einen guten Platz im Innern des Wagens zu finden. Der zweite Dieseltank verunmöglicht eine bequeme Montage im Heck des Fahrzeugs und so blieb eigentlich nur noch der schmale Streifen zwischen Fahrersitz und Schlafmöbel. Ausserdem war das so ziemlich der einzige Platz, an dem es mir ohne grossen Aufwand und Fahrzeuglift möglich war, einen „Durchbruch“ aus dem Bodenblech zu schnipseln. Ohne adäquates Werkzeug eine kleine Herausforderung!

Wichtig sind bei der Montage vor allem die Sicherheitsaspekte. Sollte doch unter keinen Umständen Abgase ins Fahrzeuginnere oder bei Flussdurchquerungen Wasser ins Abgas- bzw. Ansaugrohrsystem gelangen. Sollte es trotz aller Vorsicht doch einmal zu einer unfreiwilligen „Spülung“ kommen, so sollte das eingedrungene Wasser immerhin wieder selbständig abfliessen können.
Selbstverständlich sollte für Länder wie Island, wo Wasserfurten beim Offroaden an der Tagesordnung sind, darüber nachgedacht werden, wie die Auspuff- und Frischluftrohre abgedichtet werden können. Natürlich, und im selben Atemzug erwähnt, kümmert man sich vorgängig auch um die Schläuche der Achs, Differential- und Getriebeentlüftung und bringt diese gegebenenfalls in höhere Regionen!

Nach dem vollendeten Einbau haben einige kurze Tests ein recht erfreuliches Resultat gezeigt. Die Planar arbeitet auf Anhieb und produziert innerhalb weniger Sekunden warme Luft und der Innenraum dürfte in unseren Breitengraden schnell komplett aufgewärmt sein. Ein einziges Mal wollte die Heizung allerdings nicht recht starten. Mit „Error Ventilator“ (o.ä.) wurde angezeigt, dass der Propeller für die Frischluftzufuhr nicht angesprungen ist. Ein kleiner Schubs mit dem Zeigefinger behob das Problem, ich hoffe aber, dass es sich dabei nur um einen Einzelfall gehandelt hat. Ich vermute, dass der Ventilator zwischen zwei magnetischen Polen „hängengeblieben“ ist und sich nicht richtig entscheiden konnte die Arbeit aufzunehmen. Ich muss den tadellosen Betrieb also noch genauer beobachten!

Ach ja, an die Lärmentwicklung gewöhnt man sich. Der für Campingplätze mit Stromanschluss mitgebrachte Lüfter ist keinesfalls geräuscharmer und es ist ein Leichtes die Betriebsgeräusche in Träume einzubauen…

Als nächstes werde ich mich noch um einen Kohlenmonoxid-Warner kümmern und dann kann der Winter kommen!

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